Liebe alle,

es ist ein Entscheid, der uns durchatmen lässt und zugleich weh tut im Herzen: Wir werden WerWasWolhusen per Ende Juni loslassen und – so unsere Hoffnung – in neue Hände übergeben. Um eure Fragen möglichst schnell zu beantworten, haben wir mit uns selber ein Interview gemacht :).

Warum habt ihr gerade jetzt diesen Entscheid gefällt?

Wir haben in der Corona-Zeit bewusst eine Pause eingelegt, haben viel nachgedacht und diskutiert. Und sind gemeinsam zum Schluss gekommen, dass es Zeit ist, uns nach sechs Jahren zurückzuziehen. So lange ist es her, dass WerWasWolhusen – zunächst als Facebook-Plattform – gegründet wurde.

Warum hört ihr auf?

Hauptgrund ist der Aufwand, der immer grösser geworden ist. Wir beide möchten wieder mehr Zeit für uns selber und neue Projekte haben. Auch fanden wir zunehmend, dass wir Aufgaben übernehmen, die eigentlich nicht unsere wären.

War es denn so streng?

Klar. Am Schluss war nur der Beitrag zu sehen, hinter jedem steckte aber viel Arbeit.

Und was viele nicht wissen: WerWasWolhusen ist ein privates Projekt. Sämtliche Arbeiten haben wir zu zweit gemacht, also die ganze App und Website aufgebaut und programmiert, rund 500 Beiträge geschrieben und gestaltet, Updates gemacht, Anlässe besucht und darüber berichtet, Social Media-Kanäle bewirtschaftet, viele Stunden lang Vereine und Unternehmen beraten und administrative Aufgaben erledigt.

Warum habt ihr es dann gemacht?

Weil wir es liebend gerne gemacht haben! Und weil wir eine gute Kommunikation für das Dorfleben entscheidend finden. Wer schon einmal etwas über eine andere Person gehört hat, wird eher mit ihr Kontakt knüpfen. Wer das Angebot eines Vereines kennt, wird eher mitmachen. Und wer Bescheid weiss, dass eine Veranstaltung ist, wird eher teilnehmen. So einfach ist das.
Auch die Geschwindigkeit ist enorm wichtig, das haben wir in der Coronakrise gesehen. Dank WerWasWolhusen und unserer Facebook-Gruppe “Wolhuse hebt zäme” konnten wir innert kürzester Zeit ganz viele Helferinnen und Helfer mobilisieren.
Habt ihr zu wenig verdient?
Das Geld stand für uns nie im Vordergrund. Sonst hätten wir ja Werbung schalten können. Wir haben versucht, unsere Aufwände und Arbeit einigermassen abzudecken. Zahlreiche Sponsorinnen und Sponsoren haben uns grossartig unterstützt und dafür sind wir dankbar. Es hat auch geholfen, dass wir 2019 einen Beitrag von der Gemeinde erhalten haben.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir haben der Gemeinde Wolhusen angeboten, WerWasWolhusen zu übernehmen zum Preis von einem Franken. Wir hoffen, dass die Gemeinde diesen Franken investiert – trotz angespannter Finanzlage.

Und was sind die Bedingungen?

Dass auch künftig keine Werbe-Banner auf WerWasWolhusen erscheinen. Wir stellen uns vor, dass die Gemeinde die Koordination übernimmt und vielleicht der eine oder die andere aus dem Dorf Lust hat, WerWasWolhusen mitzugestalten. Theoretisch könnte auch jeder Verein einen Zugang haben. Es würde uns freuen, künftig Beiträge zu lesen von anderen Wolhuserinnen und Wolhusern!

Was bleibt?

Hoffentlich WerWasWolhusen. Wir haben wahnsinnig viel aufgegleist, WerWasWolhusen weit herum bekannt gemacht (davon zeugen Rückmeldungen von Australien bis Spanien), viele Menschen ins Boot geholt und Menschen verbunden – es wäre schampar schade, wenn dass alles nicht mehr wäre.
Klar gibt es auch andere Lösungen, pfannenfertige Gemeinde-Apps. Damit ist es aber nicht getan. Was zählt, ist am Schluss die Qualität der Inhalte, und diese war uns immer sehr wichtig.
Und bei euch persönlich?
Bei uns bleibt eine grosse Freude über die vielfältigen und spannenden Menschen im Dorf, über die wir immer wieder berichten durften. Und die Bestätigung, dass sich gute Kommunikation wirklich lohnt und es damit möglich ist, ein Dorf zu vereinen!
Und natürlich gerade ziemlich viel Herzschmerz.
Und bei euch allen, liebe Wolhuserinnen und Wolhuser, hoffentlich die Erkenntnis, dass es ganz wichtig ist, sich auszutauschen, gemeinsam Lösungen zu suchen – und immer wieder kleine Beiträge für das Dorfleben zu leisten.
Auch wir werden uns weiterhin einbringen, wenn auch in einer anderen Form.
Wir wünschen euch alles Gute.
Andy & Fredi