Kann die Person gut genug deutsch? Und ist sie im Dorf integriert? Solche Fragen klärt in Wolhusen die Bürgerrechtskommission ab, wenn sie Gesuche von Menschen behandelt, die Schweizer Bürger werden möchten. Um die Antworten beurteilen zu können, brauche es Sachwissen und Feingefühl, erklärt Kommissionspräsidentin Priska Duss Studer.

Zwar entscheiden Kanton und Bund, wer definitiv Schweizerin oder Schweizer werden kann. Vorher klären aber die Gemeinden ab, ob die Voraussetzungen dafür erfüllt sind oder nicht. In Wolhusen ist dafür die Bürgerrechtskommission zuständig.

Gewisse Voraussetzungen sind einfach abzuklären. Zum Beispiel müssen Menschen, die ein Gesuch stellen, nachweisen können, dass sie seit zehn Jahren in der Schweiz wohnen und einen Deutschtest bestanden haben. Ausserdem dürfen sie in den vergangenen drei Jahren keine Sozialhilfe bezogen haben. Das ist im neuen Bürgerrechts-Gesetz von 2018 geregelt.

Schwieriger ist es, wenn es um die Frage geht, ob eine Person gut integriert ist. Da gingen die Meinungen manchmal auseinander und die Erwartungen seien unterschiedlich, sagt Kommissionspräsidentin Priska Duss Studer. Daraus entstünden spannende und wertvolle Diskussionen.

Referenzen nötig

Klar ist aber, dass jede Person, die Schweizer oder Schweizerin werden möchte, Referenzen vorweisen muss. Zum Beispiel können das Nachbarn sein, die bestätigen, dass die Person mit anderen Menschen im Quartier ein gutes Verhältnis hat. Oder es kann sein, dass die Person Kinder in der Schule hat und die Lehrer bestätigen können, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert.

Die Referenzen würden von der Kommission immer gründlich geprüft, sagt Priska Duss Studer, und es werde beim Einbürgerungsgespräch sorgfältig beurteilt, ob ein positiver Entscheid gerechtfertigt sei oder nicht.

“Wir machen uns die entscheide nie einfach, weil wir wissen, welche Folgen sie haben könnten für die gesuchsteller.”

Gesuche von jungen Menschen

Schwierig ist es dann, wenn junge Menschen ein Gesuch stellen. Es kommt ab und zu vor, dass 12- oder 14-Jährige das Schweizer Bürgerrecht beantragen – ohne ihre Eltern. Die Jugendlichen selber seien häufig gut integriert, sagt Priska Duss Studer. Es kann aber sein, dass die Eltern bewusst den Schweizer Pass nicht wollen. Dafür hat Priska Duss Studer Verständnis. Es kommt aber auch vor, dass die Eltern die Voraussetzungen nicht erfüllen, zum Beispiel zu wenig gut deutsch können.

Hauptberuflich arbeitet Priska Studer Duss seit 28 Jahren bei der CSS Versicherung, aktuell im Bereich “Betriebliches Gesundheitsmanagement”. Ausserdem ist sie Mutter von zwei Jungs.

Priska Duss Studer geht in ihrer Freizeit gerne Schneeschuhlaufen. (Foto: ZVG/Gemeinde Wolhusen)

Seit sieben Jahren dabei

Das Amt als Präsidentin der Bürgerrechtskommission hat sie angetreten, weil sie «einen Beitrag für die Gemeinde leisten möchte». Ausserdem findet sie das Thema Migration spannend. Das Amt erfordere viel Sachverständnis und sie habe viel gelernt, sagt sie. Einfach sei es aber nicht immer, wenn sie von den Schicksalen und Lebensgeschichten der Menschen erfahre.

Pro Jahr behandelt die Bürgerrechtskommission etwa acht Gesuche. Priska Duss Studer ist seit sieben Jahren als Präsidentin dabei. Die Kommission hat noch sechs weitere Mitglieder: eine Vertretung des Gemeinderates und fünf weitere Mitglieder, die von der Stimmbevölkerung gewählt wurden. Priska Duss Studer hat also ein Team im Rücken und ist froh darum.

“Gerade bei heiklen entscheiden ist der austausch untereinander sehr wichtig.”


Infos und Fotos: Gemeinde Wolhusen. Beitrag gesponsert.