In der rosa Gewerbehalle im Bergboden in Wolhusen ist ein Bijou von einem Saal entstanden: Das Kultur-und Kommunikationslokal Wolhusen, kurz KKLW. Hinter dem Projekt stehen Künstler Wetz und seine Brüder. Sie wollen sich und dem Dorf einen «geistigen Mehrwert» bringen.

Wer den Saal betritt, riecht und sieht überall Holz. Boden und Wände im rund 400 Quadratmeter grossen Raum wurden aus ungehobelten Holzbrettern gezimmert. Und die Decke zieren 250 quadratische Holzmodule, die mit Ästen ausgefüllt sind.

«Wir haben den Wald in den Saal geholt»,

sagt der aus Wolhusen stammende Künstler Wetz. Er hat den Raum zusammen mit seinen Brüdern Franz, Dani, Guido und Willi Zihlmann realisiert.

Die Decke besteht aus 250 Holzmodulen mit je einer Glühbirne.

Die Handschrift von Wetz ist deutlich zu sehen. Vieles erinnert an sein berühmtes Projekt «Kunst und Kultur im Landessender Beromünster», kurz KKLB. Und das soll so sein. «Der Saal des KKLB hat sich bewährt, deshalb haben wir ihn hier in Wolhusen nachgebildet», sagt Wetz. Sogar drei ausgestopfte Schafe hat er von Beromünster ins KKLW nach Wolhusen gebracht.

Etwas lädiert, weil sie schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben: Die Schafe von Wetz.

Entstanden ist das KKLW, wo sich einst der Kleinbauernhof Zihlenfeldlöchli befand. Auf diesem sind die Zihlmann-Brüder aufgewachsen. Heute betreiben sie im Gebiet mehrere Firmen, Willi zum Beispiel die Fitness Connection, Guido zusammen mit Franz und Daniel ein Bedachungs-Unternehmen.

Mit dem KKLW haben sich die Brüder Zihlmann an diesem für sie besonderen Ort einen Traum erfüllt. “Wir tun, was uns Freude macht”, erklärt Wetz. Und fügt an:

«Andere leisten sich ein teures Auto oder ein Haus. Wir uns einen Kulturraum».

Die Freude war auch die treibende Kraft für Willi Zihlmann, der den Raum mit einigen Helfern und wenigen Fachleuten in zweieinhalb Monaten quasi selbst umgebaut hat. Bis zu 17 Stunden pro Tag hat er daran gearbeitet. «Ich kann mir gar nicht mehr erklären, wie das gegangen ist», sagt er im Nachhinein.

Das KKLW ist keine öffentliche Institution. Der Saal wird zwar an Dritte vermietet, aber eher zurückhaltend. Vielmehr wollen die Zihlmann-Brüder dort eigene Ideen umsetzen.

Willi Zihlmann, der im gleichen Gebäude die Fitness Connection betreibt, nutzt ihn für Weiterbildungen und Vorträge im Bereich Gesundheit. Sie richten sich einerseits an die Mitglieder der Fitness Connection, andererseits aber auch an ein Fachpublikum aus der ganzen Schweiz.

Guido Zihlmann plant kulturelle Anlässe im KKLW. Mit seinem eigens dafür gegründeten Verein will er sechs bis acht Anlässe pro Jahr in den Sparten Kleinkunst, Musik, Tanz, Theater oder Podien organisieren. Am 19. September ist das erste Konzert mit dem international bekannten Jazzer Peter Schärli.

Wer Veranstaltungen besuchen will, muss dem Verein beitreten. Die Jahresgebühr von 100 Franken berechtigt zum Eintritt an alle kulturellen Anlässe (Anmeldungen für den Verein sind bereits möglich an Guido Zihlmann: info@kklw.ch) .

Eine Konkurrenz für die bestehenden Wolhuser Gastronomiebetriebe will das KKLW nicht sein. «Wir wollen keine Beiz führen, auch wenn Caterings grundsätzlich möglich sind. Die Idee ist, dass das Publikum nach Veranstaltungen in die Beizen im Dorf einkehrt.»

Blick von der oberen Bühne in den Saal.

Kurse, Kunst und Kultur: Der Saal scheint dafür wie geschaffen. Dank seiner Ausstrahlung, der erstklassigen Technik, vor allem aber dank der Einstellung der Zihlmann-Brüder. «Es geht heute immer darum, Gewinne zu maximieren», sagt Wetz. «Hier wollen wir auch den Gewinn maximieren, aber den geistigen.» Oder, wie er es auch ausdrückt:

«Man ist sehr lange tot. Das Leben muss Inhalt haben!»