Noch immer gibt es Interessenten für das Tropenhaus Wolhusen. Darunter ist die Seetaler Projektgruppe Panazea, die aus dem Tropenhaus eine «Naturarena» machen möchte. Um das dafür nötige Geld aufzutreiben, braucht sie aber einen grösseren Zeitrahmen. Unklar ist, ob sie diese bekommt.

Die Projektgruppe aus Beinwil am See möchte in Wolhusen einen Ort schaffen, um drängende Umwelt-und Klimaprobleme aufzuzeigen und anzupacken. Forschung und Lehre spielen beim Projekt “Naturarena” eine wichtige Rolle. Gleichzeitig sollen das Restaurant weitergeführt und die Produktion angekurbelt werden.
Es würden in der “Naturarena” nicht mehr nur die Tropen im Vordergrund stehen, sondern die verschiedenen Klimazonen TropischMediterran und Gemässigt, ist der Website der Projektgruppe zu entnehmen.

Drei Hauptbereiche

Das Projekt sieht drei Hauptbereiche vor: “Kultur und Genuss”, “Produktion und Vermarktung” und “Lehre und Forschung”.
Für den Bereich “Kultur und Genuss” soll das Haupthaus mit seinem Restaurant in ähnlichem Rahmen wie bisher genutzt werden. Zusätzlich sollen eine Art “Nester” eingebaut werden aus einem Gerüst aus Metall und einem Geflecht aus Draht und Ästen. Diese wären für die Besucherinnen und Besucher begehbar und in der Höhe verstellbar.
Die Natur als Vorbild: Aus hängenden “Nestern” könnten Besucherinnen und Besucher Beobachtungen machen. (Bild: Panazea)
Das bisherige Gewächshaus würde zurückgebaut, weil die Heizkosten zu hoch sind. An seiner Stelle sollen für die Produktion kuppelförmige Gewächshäuser, sogenannte Domen, gebaut werden. Zusätzlich will die Projekgruppe Panazea Landwirtschaftsland dazu pachten, um den Produktionsbereich vergrössern zu können. Was geerntet wird, soll direkt vor Ort verkauft oder verarbeitet werden.
So könnten die Gewächshäuser innen aussehen. (Foto: ZVG)
Und schliesslich sollen in Wolhusen Lehre und Forschung eine grosse Rolle spielen. Es sollen Fragen diskutiert werden wie zum Beispiel “Wie kann die Landwirtschaft auf den Klimawandel reagieren?” oder “Wie gehen wir damit um, dass das Wasser knapp werden könnte?” Die Firma will Workshops und Tagungen durchführen – für Expertinnen und Experten und auch für Laien. Dabei stehen Themen wie erneuerbare Energien, Wasserhaushalt, Klima oder Biodiversität im Vordergrund.

Geld und Zeit nötig

Für die Umsetzung des Projektes ist ein Startkapital von 1,5 Millionen Franken nötig. Weiteres Geld ist nötig, um 2021 ein innovatives Heizungssystem im Hauptgebäude einbauen zu können.
Nur: So viel Geld auf die Schnelle aufzutreiben, ist kaum möglich. Auf Anfrage hiess es bei der Projektgruppe, sie würde rund sechs Monate Zeit brauchen, um Investoren zu suchen und ein Crowdfunding durchzuführen. Doch die Zeit drängt. Einerseits ist eine Frist von Besitzerin Coop bereits abgelaufen, die wissen will, ob und wie es weitergeht. Andererseits laufen Ende September die bestehenden Wärmelieferungsverträge aus. Ab Oktober würde es also eine Ersatzlösung brauchen.
Dennoch hofft Panazea, mehr Zeit zu erhalten. Denn dann werde man “für das Projekt Naturarena kämpfen”, hiess es auf Anfrage von WerWasWolhusen. Bekomme sie die Zeit aber nicht, sei das Projekt nicht realisierbar.
Gemäss der Projektgruppe Panazea betrachtet Besitzerin Coop das Projekt als interessant und wäre sogar bereit, über die Übernahme der Rückbaugarantie für das Tropenhaus zu sprechen. Unklar ist allerdings, ob Coop weiterhin bereit ist, abzuwarten, bis das Startkapital beisammen ist.
Auf Nachfrage hiess es vergangene Woche bei Coop, zum konkreten Projekt gebe es keine Auskunft. Eine ernsthafte Lösung sei bis jetzt nicht in Sicht.

Fotos: www.panazea.org