Die Gemeinderatswahlen am kommenden Wochenende finden wie geplant statt. Hier noch einige letzte Infos:

Wie funktionieren die Wahlen überhaupt?
In Wolhusen gibt es eigentlich drei Wahlen: Eine fürs Gemeindepräsidium, eine fürs Amt des Gemeindeammans und eine für den Gemeinderat.
Bei allen drei wird im Majorz-Verfahren gewählt. Das heisst: Wer die Wahl schaffen will, muss das absolute Mehr erreichen (die Hälfte der gültigen Stimmen + 1). Es geht also um die Personen, nicht um die Parteistimmen. Deshalb ist es auch ziemlich wurscht, welche Liste du verwendest.

Kann eine Person mehrmals aufgeschrieben werden auf dem Wahlzettel?
Jein.
Wer möchte, kann die gleiche Person für alle drei Ämter aufschreiben. Man kann also Hans Muster als Gemeindepräsident, Gemeinderat und als Gemeindeammann wählen. Falls Hans für mehrere Ämter gewählt würde, könnte er entscheiden, welches Amt er übernehmen will.
Nicht möglich ist es aber, zu kumulieren. Im Gemeinderat, wo mehrere Sitze zu vergeben sind, kann der Name eines Kandidaten oder einer Kandidatin nicht mehrmals aufgeschrieben werden.

Wie viele Kandidatinnen und Kandidaten treten an?
Gemeindepräsidium:
Bruno Duss (parteilos), Fredi Bigler (FDP), Ueli Lustenberger (SVP). Hier wird es also kuschelig auf dem einen Platz, der frei ist.
Gemeindeammann/Gemeindeamtsfrau:
Willi Bucher (CVP) ist der einzige Kandidat.
Gemeinderat:
Für die drei Plätze kandidieren drei Kandidaten/Kandidatinnen: Gregor Kaufmann (CVP), Lisbeth Wicki-Blum (CVP) und Susanne Egli-Käslin (SVP).

Ist die Wahl also schon entschieden für den Gemeinderat?
Nein! Auch wenn für die drei Plätze nur drei Leute kandidieren.
Alle müssen nämlich das absolute Mehr (die Hälfte der gültigen Stimmen + 1) erreichen. Und das ist nicht selbstverständlich. Es wird zum Beispiel schwieriger, das absolute Mehr zu erreichen, wenn viele Wahlberechtigte Leute wählen, die nicht offiziell kandidieren (das ist erlaubt!).

Was passiert, wenn jemand das absolute Mehr für den Gemeinderat nicht erreicht?
Dann gibt es einen zweiten Wahlgang. Und für diesen könnten wieder neue Kandidatinnen und Kandidaten vorgeschlagen werden.
Bis wann dies möglich wäre, ist noch nicht ganz klar. Normalerweise gilt, dass Vorschläge bis am Donnerstag nach den Wahlen eingereicht werden können. Weil aber die Auszählung länger dauern könnte wegen den Corona-Vorschriften, könnte diese Frist verlängert werden. Das muss die Luzerner Regierung noch entscheiden.

Ein zweiter Wahlgang ist wahrscheinlich, wenn es um das Amt des Gemeindepräsidenten geht. Wann ist dieser?
Eigentlich wäre der 17. Mai 2020 vorgesehen gewesen. Weil wegen der Corona-Krise kaum ein ordnungsgemässer Wahlkampf möglich ist, wird der Urnengang verschoben. Der Luzerner Regierungsrat wird ein Ersatzdatum festlegen. Wenn möglich soll ein allfälliger zweiter Wahlgang Ende Juni durchgeführt werden.

Kann ich wählen, auch wenn ich nicht aus dem Haus soll?
Die Post bietet an, Wahlcouverts von privaten Briefkästen aus mitzunehmen und weiterzuleiten. Du kannst also dein Wahlcouvert mit einer A-Post-Briefmarke (1.00 Franken) ausstatten und es gut sichtbar beim Briefkasten platzieren, bevor der Pöstler oder die Pöstlerin kommt. Ansonsten kannst du es Nachbarinnen oder Nachbarn oder Bekannten, denen du vertraust, mitgeben.